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Mittwoch, 13. Juli 2016

Kokosfett / Kokosöl - Das muss man vor dem Kauf wissen!

Ich treibe mich ja oft in Foren herum um ein paar neue Sachen zu erfahren und auch Dinge zu lernen. Neulich war ich auf einer Seite die Low-Carb-Lebensmittel vorgestellt hat und in dieser Liste hat mich etwas stutzig gemacht. Und zwar folgendes:
"Kokosfett ist ungesund und Kokosöl gesund... Bitte was?...
Viele Leute die sich gerne gesund Ernähren meiden immer noch gerne das Kokosnussöl, aus dem Grund das es im allgemeinen Volksmund als "ungesund" benannt wird. Woher kommt das? Im Folgenden möchte ich über die wichtigsten Punkte dazu sprechen.
Was ist Kokosnussöl und was ist Kokosnussfett? Wo liegt der Unterschied?
Der einzige Unterschied zwischen Fett und Öl ist zu aller erst einmal die Konsistenz. Fett ist fest und Öl ist flüssig. Genau bei diesem Punkt hat Kokosnussfett eine sehr besondere Eigenschaft, denn im Vergleich zu anderen Fetten besitzt es einen ungewöhnlichen Schmelzpunkt. Dieser liegt ungefähr bei 20 - 25 Grad Celsius.
Das bedeutet das Kokosnussfett bei Raumtemperatur flüssig ist. Aus diesem Grund sollten sie gerade Kokosnussfett, dass in Folie eingepackt nicht außerhalb vom Keller oder Kühlschrank aufbewahren.
Das hätten wir schon mal geklärt, doch wie sieht es jetzt mit dem viel wichtigeren gesundheitlichen Aspekt aus?
Ist Kokosnussöl beziehungsweise Kokosnussfett gesund oder nicht?
Um uns der Antwort dieser Frage zu nähren, müssen wir uns erst einmal klar werden wie und auf welche Arten Kokosnuss hergestellt wird.  Die Ausgangszutat von Kokosnussöl ist  das Kokosnussfleisch dem sogenannten "Kopra", dieses wird für die Herstellung von raffinierten oder "nativen" Kokosnussöl verwendet. Im Folgenden gehe ich jetzt auf die Unterschiede ein.
Das raffinierte Kokosöl:
Das Kokosnussfleisch wird erst einmal kleingeschreddet und anschließend getrocknet. Da es an den Orten wo diese Öle hergestellt werden in der Regel sowieso warm ist, passiert das entweder an der Sonne oder in Industrieöfen. In Anschluss werden die getrockneten Kokosfleischstücke gepresst. Bis hierhin unterscheiden sich die beiden Arten von Kokosnussölen nur in der Temperatur mit der getrocknet wird. Der wichtige Teil kommt jetzt. Bei raffiniertem Kokosöl folgt jetzt die Raffinierung des Öles mit einem anschließenden Bleichen, damit es schön weiß aussieht. Bei diesen Schritten verliert das Öl sein natürliches Aussehen, alles an Aromen und auch die Anteile der Vitamine A und teilweise auch des Vitamin E geht verloren. Manchmal, gerade bei Produkte die man im Supermarkt kaufen kann, wird dann noch eine Härtung mit Wasserstoff vollzogen, wodurch gefährliche Transfettsäuren entstehen können.
Wenn man sich das so durchließt, kann man wirklich verstehen warum manche Leute behaupten Kokosnussöl sei nicht gesundheitsfördernd, aber bevor ihr nur die eine Seite der Medaille kennen schauen wir uns noch das unraffinierte an.
Das unraffinierte (native) Kokosöl:
Beim unraffinierten Kokosnussöl wird der Schritt mit dem raffinieren natürlich weggelassen. Außerdem werden die Kokosnüsse hier viel schonender und mit niedrigeren Temperaturen behandelt. Das heißt alle guten Aromen und vor allem Inhaltsstoffe sind noch enthalten. Das Öl wird hier zwar auch gereinigt, jedoch viel schonender. Dadurch können spuren von Pestiziden enthalten sein, die beim Anbau eventuell verwendet wurden. Erkennbar, ohne das man auf das Glas schaut, ist dieses Öl allein schon durch einen guten "kokosnussigen" Geruch. Ein Kokosnuss-Geschmack ist die Regel.
Haben wir damit jetzt die Frage beantwortet ob Kokosnussöl gesund ist? Ich denke noch nicht. Deshalb stellt sich jetzt die Frage...
Was macht Kokosnussöl so gesund?
Kokosnussöl und ich gehe hier vom Idealfall, also dem unraffinierten Öl aus, enthält zu einem Großteil sogenannte "mittelkettige Fettsäuren". Zu den wichtigsten gehören Folgende:
Das wären:
  • Capronsäure
  • Laurinsäure
  • Caprylsäure
  • Caprinsäure
Wenn man diese Liste jetzt auf die Tabelle anwendet, stellt man fest das Kokosöl zu über 50% aus diesen gesunden Ölen besteht und das schafft kein anderes Öl.
Laurinsäure:43 – 52 %
Caprinsäure:6 – 10 %
Caprylsäure:5 – 9 %
Myristinsäure:13 – 19 %
Palminsäure:8 – 11 %
Stearinsäure:1 – 3 %
Ölsäure (einfach ungesättigte FS):5 – 8 %
Linolsäure (mehrfach ungesättigte FS):0 – 1 %
Diese mittelkettigen Fettsäuren (MCT) haben einige positive Eigenschaften:
  • Sie sind leicht verdaulich und es wird keine Gallensäure zum verstoffwechseln gebraucht
  • Sie gehen direkt in die Blutbahn
  • Diese Fette werden vom Körper bevorzugt verbrannt (das führt dazu das es sogar zum Annehmen beitragen kann)
  • Studien belegen das Kokosöl sogar vor Alzheimer vorbeugen soll
  • Wirkt antibakteriell
  • Senkt den Cholesterinspiegel
Es besitzt auch einige positive Effekte bei äußerer Anwendung zum Beispiel auf der Haut:
  • Versorgt die Haut sehr gut mit Feuchtigkeit und besser wie andere Öle.
Ihr seht, dass Kokosöl alles andere als ungesund ist. Im letzten Kapitel möchte ich euch jetzt noch Hinweise geben, wie sie ein gutes Produkt finden und nicht auf "schlechte" Öle hereinfallen.
Worauf sollte ich beim Kauf von Kokosnussöl achten?
Wichtig beim Kauf des richtigen Kokosnussöls ist darauf zu achten das es kaltgepresst ist. Das wird in der Regel durch folgende Kennzeichnungen gemacht:
  • nativ (ggf. mit "extra")
  • virgin (ggf mit. "extra")
  • kaltgepresst
Wenn diese Worte auf der Verpackung stehen haben sie ein gutes Produkt. Empfehlen würde ich euch ein Bio-Produkt zu kaufen. Dann schützt ihr euch sich auch gegen chemische Pestizide beim Anbau. Wobei mir auch ehrlich gesagt kein Kokosnussöl bekannt ist, welches gut ist und nicht als Bio deklariert wird.
Achtet also beim Kauf auch auf folgende Begriffe, die einen eindeutigen Hinweis darauf geben, dass das Öl raffiniert ist:
  • gehärtet
  • geschmacksneutral
  • desododiert (ein für mich relativ neuer Begriff)
Verwendung in der Küche:
Aufgrund des Eigengeschmacks nach Kokosnuss, ist es beim Kochen und vor allem Braten  um einiges schwerer damit umzugehen. Fleisch, Fisch und Gemüse kann man mit einer überschaubaren Menge an unraffiniertem Öl ganz gut Braten. Wenn ihr aber fettige Suppen oder Soßen erzeugen wollt, solltet ihr euch ein anderes Öl nehmen, da ihr sonst merkwürdige Geschmacksrichtungen erzeugt und ggf. das Essen versaut. Ich persönlich habe als alternative immer Ölivenöl im Haushalt, damit kann man auch sehr gut und gesund braten (in mittleren bis heißen Temperaturbereich)
Verwendung auf Haut:
Kokosöl wird aber nicht nur für Speisen sehr gerne verwendet, sondern auch für die allgemeine Körperpflege. Folgende Einsatzgebiete gibt es:
Körperpflegeöl
Kokosnussöl zieht sehr schnell ein und schützt die Haut vor Feuchtigkeitsverlust. Gerade nach dem Bad oder Duschen ist das sehr wichtig. Außerdem wird die Haut durch das Öl sehr weich und zart. Besonders Menschen mit trockener Haut profitieren davon.
Wundpflege bei Schürf, Schnittwunden oder Hautkrankheiten
Aufgrund der antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung, kann man es als Wundpflege benutzen. Einfach auf die Schürf oder Schnittwunden etwas Öl auftragen. Es schützt die Wunde und unterstützt den Körper bei seinem natürlichen Heilungsprozess. 
Es soll auch positive Effekte bei Menschen mit Hautkrankheiten wie Akne geben. Hier hängt es allerdings stark vom Hauttyp ab.
Haarpflege mit Anti-Schuppen-Effekt
Kokosöl ist fast ein Allround-Talent. Viele Menschen benutzen es auch als Haarpflege. Gerade Menschen mit Schuppen profitieren von einer Anwendung mehrmals die Woche. Interessant ist, dass man wirklich nur sehr geringe Mengen an Öl benötigt. 
Haarspülung
Die Anwendung von Kokosöl bei der Haarwäsche ist ein bisschen verwirrend. Kokosöl kann ihr Haar wunderbar weich und glänzend zaubern, jedoch muss die richtige Reihenfolge beachtet werden. Sie müssen nämlich zuerst das Kokosöl in die Haare einmassieren und es anschließend mit Shampoo rauswaschen. 
Lippenpflege
Wenn sie unter trockenen Lippen leiden hilft nicht nur Honig sondern auch Kokosnussöl. Man muss wirklich sehr geringe Mengen nehmen und befeuchtet die Lippen eine sehr lange Zeit effektiv. Auch werden sie sehr weich und zart.
Empfehlungen:
Ihr habt jetzt alles wichtige über Kokosnussöle gelernt. Im folgenden möchte ich euch zwei Kokosöle empfehlen, die ich selbst aktuell benutze und die ich euch absolut empfehlen kann.
>> MeaVita Bio Kokosöl, nativ, 2 Liter <<  (Geschmacksintensives und stark duftendes Öl in einem Glas. Empfehle ich allen, die einen mittleren bis starken Kokosnuss-Geschmack wünschen)
>> Mituso Bio Kokosöl nativ 1 Liter << (Weniger geschmacksstark und trotzdem gut duftendes Öl.Eignet sich perfekt um wirklich alles zu braten, da der Geschmack kaum bemerkbar ist, trotz nativer Herstellung)
Beide Öle werden in einem Glas geliefert und sind aus kontrolliert biologischem Anbau. 
Abschlussworte:
Ich hoffe ich konnte eure Frage rund um das Thema Kokosnussöl beantworten. Was ist euer Einsatz für Kokosnussöle? Benutzt ihr schon eins und wenn ja wofür? Lasst es mich zusammen mit euren Fragen und sonstigen Kommentaren wissen!

Quellen und weiterführende Links
- http://www.zentrum-der-gesundheit.de/kokosoel-anwendung-ia.html
- http://www.kokosoel.info/fuer-die-haut.html
- http://www.kokosoel.info/

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